Für den 11.2.2012 war schönes Wetter vorhergesagt worden, allerdings auch Temperaturen, die sich den ganzen Tag unter 0 Grad bleiben würden. Mir schwante böses, und so kam es dann auch: Am Start blieb der Andrang eher überschaubar, und so sollte es auch unterwegs bleiben: ich war alleine. Waren wohl alle auf Malle oder beim Shoppen. Ich war neidisch (nicht auf die Shopper!)
Aufgrund der zum Teil vereisten Wegverhältnisse fuhr ich mit dem Bergfahrrad, da ich dafür Reifen mit Spikes an den Flanken besaß. Hat sich auch gut bewährt: keine Stürze heute.
Macht aber nix: mit etwas Verspätung ging es los. Das Geholper im Grunewald und bei Albrechts Teerofen hielt mich warm. Größtenteils bewegte ich mich im Wald, so war ich vor dem kalten Wind geschützt. Trotzdem verwandelte sich der Inhalt meiner Trinkflasche erst in Caipirinha, dann in einen Eisblock. Als ich den schützenden Wald verlaß, wurde es noch etwas kälter.
Bei Saarmund wollte ich mir einen Kaffee und ne Bockwurst beim Schlachter genehmigen, die machten aber gerade zu, und besonders freundlich waren sie auch nicht. Aber egal: weiter gehts. Nach der Autobahn gings rechts wieder in den Wald, auf eine schnurgerade Sandpiste, die früher (19Jh.) mal ein Verbindungsweg nach Wildenbruch war. Es ging die ganze Zeit leicht bergab und rollte gut. Der Sand war gefroren, auch ein Vorteil der Kälte.
Wildenbruch wurde auf Teer gequert, und dann ging es auf den “Alten Postweg” (wie ich diese Straßennamen liebe!) wieder auf Sand und Schotter in die Pampa erst entlag des Seddiner Sees, dann durch die Spargelwüste nach Süden (nein, ich habe keinen Spargel geklaut). größtenteils auf Feldwegen. Schlunkendorf, Schönefeld und Wittbrietzen zogen vorbei. Den Schlenker über Kemniz schenkte ich mir, da mir langsam kalt wurde, und ich fuhr direkt nach Dobrikow in die Scheune. Hier gabs lecker Schnitzel und Pommes Schranke,
Die Sonne kam jetzt raus, und es wurde richtig schön. Durch die Nuthe-Niepitz-Niederung ging es auf Feldwegen über Stangenhagen, Tremsdorf nach Gröben. Die Nuthe-Niepitz Niederung stand im klaren Sonnenlicht, und ich fing (fast) an zu schwitzen. In Gröben hatte Gasthof Naase leider Winterpause, also weiter durch die Prärie über Nudow und Albrechts Teerofen nach Berlin rein. Es wurde dunkel, und die Temperaturen sanken weiter. Statt mich an der Spinnerbrücke nochmals aufzuwärmen, fuhr ich über die Krone direkt nach Berlin rein, ein Fehler, wie sich im nachhinein rausstellte, da Finger und Füße jetzt richtig kalt wurden. Mit letzter Kraft erreichte ich meine Wohnung, ein schöner, wenn auch anstrengender Tag ging zu Ende. Wer nicht da war, hat was versäumt.
Hier ein paar Fotos:

































